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Synopsis

Die grundlegende Annahme Jauß bei seiner Beschreibung des ästhetischen Genusses ist der
Selbstgenuss im Fremdgenuss. Wie Jauß dies in seiner Theorie der ästhetischen Praxis in
Bezug auf die ästhetische Erfahrung näher ausführt, ist im Folgenden Thema meiner
Darstellung. Des weiteren ist die Erläuterung des ästhetisch genießenden Verhaltens, das
sowohl Freisetzung von und für etwas ist, anhand der ästhetischen Grundfunktionen der
Poiesis, Aisthesis und Katharsis mein Anliegen.
Als erster Anknüpfungspunkt dient die Antwort auf die Frage, wie sich ästhetischer Genuss als
elementare Form ästhetischer Erfahrung vom einfachen Genuss unterscheide und wie Jauß
diese Unterscheidung in seiner Rezeptionsästhetik verankert.
Der einfache Genuss ist demnach die sinnlich unmittelbare Hingabe des Ichs an ein Objekt.
Dies wiederum beschreibt einen Zustand des Genusses in Isolation und ohne Bezug zu seiner
Umwelt, d.h. das Ich geht quasi im Genuss auf, ohne sich in Relation zum Objekt setzen zu
wollen. Ästhetisches Genießen jedoch, so Jauß, setze eine Art Wechselspiel zwischen Subjekt
und Objekt voraus, z.B. zwischen dem Leser und der gelesen Literatur. Daraus folgt, dass sich
ästhetisches Genießen am fern gestellten Gegenstand nicht, wie z.B. Adorno postuliert, am
interesselosen Wohlgefallen mit der Bestimmung der ästhetischen Distanz allein festmacht. Für
Jauß wird der fern gestellte Gegenstand bzw. der aus dem Alltag des Betrachters
herausgenommene Gegenstand, vielmehr gerade nicht interesselos betrachtet, sondern vom
genießenden Betrachter als imaginäres Objekt von diesem produziert. [...]

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