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Synopsis

Diese Arbeit entwickelt den speziellen Deutungsansatz, es handele sich bei den besprochenen Kantaten und eine 'musizierte Ars moriendi'. So wird eine bestimmte inhaltliche und funktionale
Thematik innerhalb des großen Korpus von Bach-Kantaten zusammengefasst und einem übergeordneten Verständnis zugeführt.
Am Beginn steht eine inhaltliche Klärung der Todeskonzeptionen, die für Bach relevant waren. Diese werden aus den Kantatentexten selbst entwickelt und mit theologischen und geistesgeschichtlichen
Ansätzen unterfüttert. Die Texte werden, den Bildgehalt und Sprachgestus einbeziehend, auf ihre Rezeptionsfähigkeit im Rahmen des Glaubenshorizonts des zeitgenössischen Hörers, nicht im Sinne einer abstrakten, zeitenthobenen theologischen Interpretation,
sondern historisch konkret, analysiert. Damit ist eine Basis für eine eingehende Betrachtung der vielfältigen musikalischen Reaktionen auf die inhaltliche Thematik geschaffen.
Im analytischen Teil wird ein 'Vokabular des Todes' entfaltet. Dies geschieht anhand des Apparats der musikalisch-rhetorischen Figuren, wobei eine klare Abgrenzung zwischen normativen, etablierten und als spekulativ einzustufenden Zeichen und individueller Tonsatz-
Betrachtungen geschaffen wird. Die Perspektive weitet sich über die Analyse von Einzelsätzen hinweg aus, indem zwischen der Funktion von solistischen und chorischen Sätzen unterschieden wird und, in dem als Fallstudie beleuchteten Actus tragicus, die bis dahin etablierte
Stufenfolge der musikalischen Textdarstellungsebenen in eine komplexe Untersuchung eines Werkganzen mündet.
So kann die eingangs aufgestellte These, die betreffenden Kantaten als (musikalischen) Teil der Idee und Praxis einer Einübung in die 'Ars moriendi' zu verstehen, als schlüssig betrachtet werden.

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